Zum 64. Mal öffnete die IAA im September erneut ihre Pforten in Frankfurt. Gemessen an den Hallen und Ständen der Aussteller scheint die Automobilindustrie fürs Erste wieder genesen zu sein. Im ersten Teil unserer Berichterstattung gehen wir gleich mit den Supersportwägen in die Vollen.

Lamborghini Aventador – der Stealth Fighter aus Italien schafft es mit seinen 700PS aus 6,5l Hubraum selbst zu einer Boden-Boden Rakete zu werden.

Bei über zwei Metern Breite sollte die nächste Baustelle bei 350km/h besser früh genug angekündigt werden…

Lamborghini Gallardo LP 570-4 Super Trofeo Stradale – Award für den längsten Namen gesichert.

Trotz Allrad und Zehnzylinder (570PS/540NM) konnte der Gallardo auf 1.340kg abgespeckt werden. In Zeiten der immer schwerer werdenden Sportwagen eine echte Ansage.

Wir bleiben in Italien und der Farbe rot. Ferrari präsentierte den 458 Spider, welcher von seinem V8 mit 570PS und 540NM innerhalb von 3,4 Sekunden auf Landstraßengeschwindigkeit beschleunigt wird. Das Aluminium Dach benötigt gute 10 Sekunden länger um aus dem Cabrio ein Coupe zu machen.

Der Ferrari 599 GTB…stärkster in Maranello gebauter 12-Zylinder.

“Nur 200PS?” fragte sich so mancher Messebesucher beim Anblick des Alfa Romeo 4C. Für einen Wagen mit dieser Optik eine berechtigte Frage. Wäre da nicht das Kampfgewicht von rund 850kg.

Damit sollte sich der kleine Mittelmotorsportler ordentlich in Szene setzen können und dem doch deutlich teureren 8C Competizione evtl. ein paar Fans abnehmen.

Der Maserati GranTurismo MC Stradale sieht zwar knackig aus und kommt mit seinen 450PS auch auf über 300km/h (der erste Straßen-Maserati btw), sollte vor dem nächsten Rennstreckeneinsatz bei 1845kg aber nochmal bei dem italienischen Kollegen mit dem noch längeren Namen anfragen wie man nochmal eine halbe Tonne (!) abspecken kann.

0-100 in unter 5 Sekunden und dabei weniger als 3l Verbrauch. Wenn so die automobile Sportwagenzukunft wie das BMW I8 Concept aussieht, fehlt nur noch ein wenig Motorsound im Radio und ein Benzin-Duftspender an der Lüftung.

BMW M5 – Modell F10, V8 Twin Turbo, 560PS, 680NM, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, 1945kg. Mehr muss man zu dem neuen High Tech Bomber aus München eigentlich nicht mehr sagen.

In der gleichen Liga möchte die AMG C63 Black Series mitspielen und macht auch keinen Hehl daraus zu zeigen, dass die Rennstrecke das bevorzugte Spielfeld sein soll.

Beim rund 1600kg schweren Audi R8 e-tron findet man anstelle des üblichen 8 oder 10 Zylinders nur noch ein ca. 550kg schweres Batteriemodul. Über ein Ein-Gang Getriebe soll der e-tron in unter 5 Sekunden auf 100km/h beschleunigen.

Nur 150 Exemplare sollen vom Aston Martin V12 Zagato gebaut werden. Der schon beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring eingesetzte Design-Aston wird seinen neuen Besitzer erst nach einer Zahlung von 370.000€ ans Steuer lassen. Probably more than you can afford, pal!

Es geht aber auch noch eine Ecke teurer. Den Aston Martin One-77 Schlüssel bekommt man erst 1,2 Millionen Euro später. Dafür muss man dann bei 760PS auf 1500kg auch nicht mehr an weitere Umbaumaßnahmen denken…

Mit dem C-X16 ist Jaguar wieder zurück in der Riege der zu umschwärmenden Autos.

Mit gleich zwei Motoren geht der Jag an den Start. Ein Kompressor-V6 sorgt schon mal für angenehme 380PS und 450NM. KERS-ähnlich können für maximal 10 Sekunden weitere 70kW und 235NM mobilisiert werden.

Wir werden sehen, wann sich die ersten Tuner an die “E-Boost-Funktionen” heran wagen. Ab 2013 wird die Raubkatze für 65.000€ zu haben sein.

Der nächste, der seinen Hersteller erstmalig in den 300km/h Club bringt. Der Jaguar XKR-S ist mit 550PS und 680NM auch gleich der stärkste Serienwagen in der Jaguar-Geschichte.

Mit 1080kg ist zwar eine ordentliche Portion Gewicht zum Lotus Exige S hinzu gekommen, dafür wird er nun aber auch von einem 350PS und 400NM starken Kompressor-V6 befeuert. Klingt äußerst Time-Attack tauglich.

Ein nur minimal besseres Leistungsgewicht erreicht der 1,3 Tonnen schwere Lotus Evora GTE mit seinen 444PS. Wer seinen Fokus auf Performance setzt wird sich zwei mal überlegen, ob der fast doppelte Preis zum Exige S die Erfüllung bringt.

Kein neues Gesicht auf dem Markt. So schön arrangiert ist der Lexus LF-A mit seinen auf der Nordschleife entwickelten Rennsportgenen aber alle mal eine Erwähnung wert.

Toyota FT-86. Kaum ein anderes Auto wird sehnlicher erwartet als dieses. Laut der netten Dame am Stand, soll die Optik bis auf ein paar Details auch in der Serie so beibehalten werden. Hoffen wir nur, dass das Heck noch ein wenig überarbeitet wird.

KIA und Sportwagen? Bisher konnte man die beiden Begriffe kaum miteinander in Verbindung bringen. Mit dem nun vorgestellten GT soll sich dies in Zukunft ändern. 395PS und 534NM dürften schon einmal der erste Schritt in die richtige Richtung sein.

Der neue Porsche 911 (Modell 991), äußerliche Änderungen im Nuancenbereich, technisch laut den Entwicklern aber erneut eine große Evolution. Die sicherlich bald ermittelte Nordschleifenzeit wird diese Aussage erwartungsgemäß bestätigen.

Die letzte Ausbaustufe der 997 Modellreihe. Der Porsche GT3 RS 4.0 zählt zu den wenigen Fahrzeugen, welche man ruhigen Gewissens und ohne Umwege direkt zur Rennstrecke fahren kann…den Tag über Spaß hat..um dann wieder damit nach Hause zu fahren.

Porsche bleibt Porsche. Auch über 60 Jahre später hat die Form nicht an Faszination verloren. Weiß jemand mit welchen Produkten man so ein Lack-Finish hin bekommt?

Bugatti Veyron. Wir wollen endlich eine Nordschleifenzeit!

Wiesmann GT MF5 – entweder man mag die Optik, oder eben nicht. An der Technik gibt es keine Zweifel. 1400kg und 555PS aus dem BMW Regal dürften schnell überzeugen.

Mansory, bekannt dafür nicht gerade die introvertierte Kundschaft anzusprechen, stellt mit dem Siracusa auf Basis des Ferrari 458 Italia ein Sportwagen vor, der in Serie schon mehr als potent auf der Straße steht. Mehr Leistung, weniger Gewicht und eine Optik die garantiert niemand ignorieren kann laden zum Cruisen mit 330km/h ein.

Leider muss der Siracusa Platz machen, wenn von hinten der Brabus SLS 700 Biturbo den Blinker links setzt. Mit 700PS und 850NM fährt der Brabus mit 340km/h souverän vorbei und gibt den Tipp, sich doch lieber…

…den Hamann Hawk auf Basis des AMG SLS als Spielpartner auszusuchen. Mit nur 636PS völlig untermotorisiert muss der Hawk den Siracusa wiederum mit einer Geschwindigkeitsdifferenz von 10km/h ziehen lassen. Da hilft nur aufrüsten.

315km/h…ok lassen wir das. Mit 58.000€ Tuningkosten macht Techart den ohnehin schon exklusiven Panamera noch eine Ecke individueller. Davon gehen über 40.000€ in Karosseriemodifikationen, welche dem Zweitonner den letzten Schliff verpassen.
